Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz

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Inhalt: Historie

Geschichte der Mosel

Geschichte der Lahn


Die Mosel

Schon zur Römerzeit diente die Mosel als Transport- und Reiseweg zum Mittelrhein und nach Lothringen. 1252 wurde die Trierer Schifferzunft gegründet. Holzschiffe mit etwa 40 cm Tiefgang und 5 bis 6 Tonnen Tragfähigkeit wurden moselaufwärts getreidelt (von Land aus mit Tauen gezogen) und zu Tal treiben gelassen oder gerudert. Das hier abgebildete Relief eines römischen Weinschiffs lässt sich im Rheinischen Landesmuseum Trier besichtigen.

Foto des Neumagener Weinschiffs

Bild des Neumagener Weinschiffs (Römisches Wein- und Kriegsschiff)

Seit dem 14 Jh. fanden Marktschifffahrten nach Fahrplan moselabwärts von Trier nach Koblenz und dann rheinauf- und abwärts statt. Die Treidelschifffahrt wurde noch bis Mitte des 19. Jh. betrieben. Um 1830 verkehrten auf der Mosel Schiffe mit bis zu 3,5 m Breite und 24 m Länge. Sie konnten bis zu 110 t zu Tal und 60 t zu Berg, getreidelt von bis zu 6 Pferden, transportieren. Von 1839 bis 1890 wurden erste Flussregulierungen durch Buhnen und Leitwerke durchgeführt, um die Schifffahrtsverhältnisse bei schwankenden Abflüssen zu verbessern. Zur gleichen Zeit begann auch die Dampfschifffahrt auf der Mosel.

Foto des ersten Dampfschiffs

Bild des erstes Dampfschiffs auf der Mosel

Mit Fertigstellung der Eisenbahnlinie 1877 verlor die Mosel an Bedeutung. Erst der mit dem Moselvertrag beschlossene Ausbau zu einer Internationalen Wasserstraße schuf die Voraussetzung für die moderne Schifffahrt. Dieser wurde am 27. Oktober 1956 von Deutschland, Frankreich und Luxemburg unterzeichnet. Die Arbeiten wurden 1958 begonnen und 1964 abgeschlossen.

Die Unterzeichnung des Internationalen Moselvertrages 27. Oktober 1956
Moselvertrag unterzeichnet


21.12.1962
Moselkommission gegründet


26.05.1964
Eröffnung der Großschifffahrt auf der staugeregelten Mosel.

Von 1969 bis 1979 erfolgte der Ausbau der französischen Obermosel bis Meuves-Maison. 1970 wurde erstmals an der Schleuse Trier ein Güteraufkommen von 10 Millionen Tonnen erreicht. Nachdem am 28.10.1987 die Großschifffahrt auf der Saar bis nach Dillingen eröffnet war, stieg das Frachtaufkommen 1988 an der Schleuse Trier sprunghaft auf 13 Millionen Tonnen an. 1998 wurden erstmals an der Schleuse Trier die 15 Millionen Tonnen überschritten.

1992 starteten die Bauarbeiten zur Vertiefung der Fahrrinne von 2,70 m auf 3,00 m, welche 1999 abgeschlossen wurden. 1993 begannen die Planungen für den Bau zweiter Schleusen in Zeltingen und Fankel, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 1992 eingestellt wurden. Am 16.08.2002 erfolgte der Spatenstich für den Bau der zweiten Schleuse Zeltingen. Der Bau der weiteren 2. Schleusen wurde in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2003 aufgenommen. Im Jahr 2004 konnte auf 40 Jahre Großschifffahrt auf der Mosel (26 kB) zurück geblickt werden und am 23.03.2006 wurde mit einem Rammschlag der Bau der 2. Schleuse Fankel offiziell eingeleitet.

mehr zur Geschichte der Moselschifffahrt (pdf-Datei, 9 kB)
mehr Informationen zur Mosel aktuell



Die Lahn

Auf der Lahn entwickelte sich erst im späten Mittelalter Flussschifffahrt (Erz, Steine). Erstmalig Erwähnung als Transportweg fand die Lahn im so genannten Bertram'schen Vertrag von 1494. Aber bereits zuvor wurde Schifffahrt zumindest bis Diez betrieben, denn dort besaß die Stadt bereits Anfang des 14. Jh. das Stapelrecht. Alle Güter, die über Diez hinausgingen, mussten hier umgeladen werden.

Foto eines Dampfbaggers

Bild eines Dampfbaggers in Bad Ems

Die anfänglich für Mühlen und Hammerwerke errichteten Wehre bildeten für die Schifffahrt schwierig zu überwindende Hindernisse. Die ersten Ausbauversuche fanden etwa um 1600 statt. Bis 1810 war der Verkehr bis Weilburg mit 24 m langen 18 t -Schiffen möglich.

Ein wesentlicher Fortschritt entstand erst durch den Vertrag zwischen Preußen, Hessen und Nassau 1844. Er sah vor, die Lahn für 100 t -Schiffe bis zu 100 Fuß (31,40 m) Länge auszubauen.

Der Ausbau, einschließlich des Schifffahrtstunnels in Weilburg wurde bis 1859 abgeschlossen. Mit Bau der Bahnstrecken einige Jahre später erwuchs dem Güterschiff jedoch Konkurrenz. Die Güterzahlen sanken. Weitere Ausbaustufen 1905/06 und 1925/28 verbesserten die Verhältnisse nur lokal.

Die letzte Ausbaustufe von 1938 - 1964 sollte die Voraussetzungen für ein 300 t -Schiff schaffen. Es kam jedoch nur zum Umbau der Schleusen Lahnstein, Bad Ems und Nievern. Der anschließende starke Rückgang der Gütertransporte ließ auch den weiteren Ausbau als unrentabel erscheinen. 1981 fuhr das letzte Güterschiff beladen mit Walzdraht der Lahn entlang.

Seit Beginn der 70er Jahre erfreut sich die Lahn einer stetig steigenden Nachfrage durch die Freizeitschifffahrt. Dieser Trend ist bis heute ungebrochen. Zudem findet im Sommerhalbjahr auf den Strecken Limburg bis Dietkirchen, Limburg bis Balduinstein und Löhnberg-Selters (Oberwasser Schleuse Löhnberg) bis Weilburg rege Personenschifffahrt statt.