Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz

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Inhalt: Lahnkonzept

Die Kernmaßnahme des WSA Koblenz bildet das Lahnkonzept. Es dient der Entscheidungsfindung für die zukünftige Nutzung und Unterhaltung der Lahn auf einer Länge von ca. 148 km vom Badenburger Wehr bei Gießen (km - 11,075) bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein (km 137,300). Bereits seit 1981 wird die Lahn nicht mehr für den Güterverkehr genutzt. Die baulichen Anlagen befinden sich zum Teil in einem schlechten Zustand, sodass teilweise dringender Handlungsbedarf besteht.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, die zukünftige Ausrichtung von insgesamt rund 2.800 km Nebenwasserstraßen zu überdenken, die aufgrund veränderter Transportströme und Schiffsgrößen ihre Bedeutung für den Güterverkehr verloren haben und überwiegend touristisch genutzt werden. Hierfür müssen entsprechende Entwicklungskonzepte erarbeitet werden. Die Erstellung eines Lahnkonzeptes besitzt für die WSV Pilotcharakter, da ein nachhaltiges Entwicklungskonzept für die Lahn auch auf andere vergleichbare Bundeswasserstraßen übertragen werden kann.

Das Lahnkonzept verfolgt einen integrativen ganzheitlichen Ansatz, um die zahlreichen Belange und Nutzungsinteressen der Lahnanlieger zu erfassen und soweit wie möglich in die Bearbeitung zu integrieren. Unter Beteiligung aller Projektpartner und der interessierten Öffentlichkeit bietet das Konzept die Chance, die Unterhaltung der Lahn neu zu orientieren, den Fluss und die Region ökologisch und touristisch aufzuwerten, die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und weitere relevante Wirkungszusammenhänge zu berücksichtigen.

Die Erarbeitung des Konzeptes erfolgt ergebnisoffen und lösungsorientiert, d.h. es gibt keine vordefinierten Zukunftsvorstellungen für die künftige Nutzung der Lahn. Die Herausforderung liegt darin, nach Möglichkeit einen Interessenausgleich zwischen den konkurrierenden Nutzungen (Hochwasserschutz, Denkmalschutz, Naturschutz, Schifffahrt, Gewässerunterhaltung, Wirtschaftlichkeit, Wasserkraftnutzung, Tourismus, Landwirtschaft, Fischerei u.a.) herzustellen. Hierzu wird die Öffentlichkeit frühzeitig durch das WSA Koblenz in den Prozess eingebunden. Um Transparenz und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, werden regelmäßige Veröffentlichungen und bei Bedarf Arbeitsgruppen und Workshops mit relevanten Interessensvertretern sowie weiteren Beteiligten durchgeführt. Eine gesamtgesellschaftlich tragfähige Zukunftslösung für die Lahn wird nur zustande kommen, wenn alle Beteiligten und Interessensgruppen kompromissfähig und konstruktiv den Prozess begleiten.

Die Erarbeitung des Lahnkonzeptes erfolgt über die gesamte Laufzeit des LIFE-Projektes (bis 2025). Ziel des Projektes ist die Verfassung einer "Lahn-Deklaration", die zum Ende des Projektes von den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie dem Bund unterzeichnet und der EU vorgelegt werden soll.

Einen zeitlichen und inhaltlichen Überblick über die einzelnen Bearbeitungsphasen des Lahnkonzeptes bietet die folgende Grafik:

Ausblick und Zeitplanung
Grafik: Überblick über die einzelnen Bearbeitungsphasen

Die Einbindung der Öffentlichkeit wird als interaktiver Arbeitsprozess im Rahmen der Interessenerfassung im Jahre 2017 beginnen.