Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz

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Inhalt: Peilauswertung und Baggereinsatz im Rahmen der Unterhaltung der Wasserstraße Mosel

Die Wasserstraße Mosel wird in vorgeschriebenen Zeitabständen, im Frühjahr nach dem Ablaufen der Hochwässer und nochmals im Herbst per Flächenpeilung auf ihren ordnungsgemäßen Zustand (ausreichende Tiefe und Breite) kontrolliert.

Hierzu ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung als Eigentümerin (Art. 87 Grundgesetz) und im Rahmen der allgemeinen Verkehrssicherpflicht (§ 836 BGB) verpflichtet. Hieraus ergibt sich, dass die WSV zur Beseitigung von entstandenen Fehltiefen zur Gefahrenabwehr für die Schifffahrt und Gewährleistung der Vorflut, gesetzlich verpflichtet ist. Weitere Infos hierzu siehe im Abschnitt Wir über uns - Gesetzliche Grundlage.

Diese Kontrolle erfolgt mittels Messung der Wassertiefe (Peilung), die per Peilschiff (PS) auf 36 m Breite in einem Arbeitsgang erfolgt. Die Flächenpeilung wird mittels Echolotschwingern an den Auslegern des PS, die im Abstand von 1 m montiert sind, per Ultraschallmessung durchgeführt. Gleichzeitig bestimmt das PS durch Satellitenortung und eine örtliche Referenzstation, mit höchstmöglicher Präzision (DGPS), seinen Standort und Höhenlage.Die leistungsfähige Peileinrichtung auf dem PS ist so in der Lage, die Flusssohle während der Fahrt genau in der Lage-(in Gauß-Krüger-Koordinaten) und Höhenmäßig (NN-Höhen) zu vermessen. Die Daten werden elektronisch gespeichert und zur Auswertung an das WSA Koblenz übergeben.

Peilschiff 'Mosel' bei einer Peilung

Bild: Peilschiff 'Mosel' während des Peilens mit Ausgefahrenen Auslegern

Werden bei diesen Peilungen Fehltiefen, also Bereiche mit geringerer Wassertiefe als diese für die Wasserstraße garantiert werden, geortet, müssen diese sofort gekennzeichnet und anschließend entfernt werden.<(p>

Als erste Maßnahme werden hierzu zusätzliche Fahrwassertonnen ausgelegt oder die ausliegenden Tonnen so positioniert, dass die Fehltiefe von der Schifffahrt sicher umfahren werden kann. Ist dies aus nautischen Gesichtspunkten nicht möglich z. B. wenn die Fehltiefe sich mitten in der Fahrrinne befindet, werden Signalschiffe (auch als Wahrschauflöße bekannt) ober- und unterhalb dieser Fehltiefen ausgelegt und markieren den Gefahrenbereich mit Roten und Rot-weißen Signaltafeln (Tageskennzeichnung) und nachts mit entsprechend farbigen Lichtern.

Wahrschaufloß auf der Mosel

Bild:Signalschiff (Wahrschaufloß) zur Kennzeichnung einer Fehltiefe in der Wasserstraße

Kritisch wird es, wenn sich die Fehltiefen in einem unteren oder oberen Schleusenvorhafen befinden und es keine Ausweichmöglichkeiten mehr gibt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf da ansonsten Abladebeschränkungen (nur noch begrenzter Tiefgang für die Schifffahrt) oder eine Vollsperrung der Wasserstraße in Frage kommen. Welche der aufgezählten Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrt angewendet wird, entscheidet der/die jeweilige Außenbeamte/in des Außenbezirkes in eigener Verantwortung. Das Auslegen von Fahrwassertonnen, Signalschiffen oder sonstige Maßnahmen werden der Schifffahrt über den Nautischen Informationsfunk (NIF), vergleichbar mit Verkehrsnachrichten im Radio, über die Revierzentrale in Oberwesel stündlich mitgeteilt.

Revierzentrale Oberwesel

Bild:Revierzentrale in Oberwesel

Weitere Informationen zur Revierzentrale Oberwesel erhalten Sie auf den Internetseiten des WSA Bingen www.wsa-bingen.wsv.de

Gleichzeitig werden die Peildaten im jeweiligen Wasser- und Schifffahrtsamt plausibilisiert(auf Messfehler u. a. geprüft) und für die bautechnische Auswertung bereitgestellt.

Die Peildaten für den Bereich des WSA Koblenz, ca. 1 GB pro Jahr, werden mittels leistungsstarker PC' s zu farbigen Lageplänen, den Tiefenpunktplänen (Vergleichbar einer Unterwasserlandkarte) verarbeitet. In diesen Plänen ist erkennbar wo sich Fehltiefen innerhalb der Fahrrinne befinden.Die Fahrrinne stellt den Bereich für die Schifffahrt dar, in der die Solltiefe garantiert wird. Die Tiefenpunkte werden genau mit Bezug zur Flußkilometrierung erfasst bzw. dargestellt.

Damit lässt sich der Beginn und das Ende der Fehltiefe zusätzlich zu der Breite ausgeben.

Zur besseren Beurteilung werden für die Bereich Querprofile erzeugt auf denen der Fehlstellenbereich genau sichtbar wird.

Zur Planung des Baggereinsatzes muss nun die zu baggernde Menge an Geschiebe (Ablagerungen die als Fehltiefen beseitigt werden müssen) berechnet werden. Dies geschieht per EDV direkt aus den Peildaten.

Hierzu müssen folgende Parameter festgelegt werden:

Nachdem die Lage des Baggerfeldes, die Beschaffenheit (Querprofile) und die zu baggernde Menge ermittelt ist, wird der Einsatz des erforderlichen Baggers geplant. Für solche Baggerfelder in der Fahrrinne kommen nur schwere Geräte zum Einsatz. Hierfür besitzt das Wasser- und Schifffahrtsamt Koblenz einen Schwimmgreifer 'Polyp'
Schwimmgreifer (SG Polyp) für kleine örtliche Fehltiefen bis ca. 500 m³ und für größere Baggermengen mit mehreren Tausend Kubikmetern, einen leistungsfähigen SG 'Greif Zu' Hydraulikbagger (LSB 'Greif Zu'). In beiden Fällen werden bei Bedarf zum Transport der Baggermengen zwei Klappschuten eingesetzt.

Die bei der Baggerung anfallenden Mengen, müssen nicht nur gebaggert, sondern auch wieder untergebracht bzw. wieder verwendet werden. Hierfür werden die zwei Hydro- Klappschuten verwendet die dem Bagger zugeordnet sind. Diese Klappschuten bestehen aus zwei Schwimmkörpern die mit starken Hydraulikgelenken auseinandergeklappt werden können. Sie können dadurch die Ladung von jeweils 100 m³ Kies wieder an Stellen im Fluss mit Übertiefen (Bereiche an denen die Flußsohle erheblich tiefer ist als benötigt) zugeben (verklappt). Diese Umlagerung des Geschiebes (Kies) ist wichtig damit das Gleichgewicht im Fluss nicht gestört wird und sich dieser nicht im Laufe der Jahre immer weiter in die Gewässersohle eingräbt (Erosion).

Baggerfamilie 'Greif Zu'

Bild:Baggerfamilie 'Greif Zu'; Mit Kies beladene Klappschute, Ladevolumen 100m³ oder 180 Tonnen

Je nach Anzahl und Größe der Baggerstellen, können diese durch den eigenen Bagger des WSA Koblenz nicht mehr selbst beseitigt werden, da die Einschränkungen für die Schifffahrt ansonsten nicht mehr hinnehmbar wären. Diese Baggermaßnahmen werden dann je nach Dringlichkeit in freihändiger Vergabe oder Öffentlicher Ausschreibung an Fachfirmen vergeben.

Nach Abschluss der Baggerung wird dieser Bereich auf seine Hindernisfreiheit überprüft. Der eingesetzte Bagger besitzt zwar moderne Technik (automatische Tiefenbegrenzung und Aufzeichnung der gebaggerten Bereiche) und trotzdem muss der Bereich nochmals mittels Peilung (Flächen- , Linienpeilung oder Abrahmung) auf seine Hindernisfreiheit geprüft werden.

Nach Fertigstellung der Baggerung bzw. Beseitigung der Fehltiefe werden die beiden Querprofile verglichen, ob die garantierte Wassertiefe in diesem Bereich wieder gewährleistet ist.

Die Absicherungen durch Fahrwassertonnen, Signalschiffe u. a. können aufgehoben werden und die Schifffahrt kann die Wasserstraße wieder ohne Einschränkungen befahren.