Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Koblenz

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Inhalt: Sperrung und Instandsetzung der Moselschleusen

Nach über 45-jährigem Dauerbetrieb der Großschifffahrtsstraße Mosel müssen die Moselschleusen einmal jährlich Instand gesetzt und überprüft werden. Hierzu wurden von der Internationalen Moselkommission,in der die Anliegerstaaten Frankreich, Luxemburg und Deutschland vertreten sind, die jährlichen Sperrzeiten, in der Regel acht Tage, für alle verbindlich über mehrere Jahre im Voraus festgelegt.

Damit wird erreicht, dass zum einen alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden können, um den sicheren und reibungslosen Betrieb der Moselschleusen weiterhin zu gewährleisten, und zum anderen die Einschränkungen für Schifffahrt und Tourismus an der Mosel so gering wie möglich gehalten werden.

Während dieser Sperrzeiten werden die Schleusen, an denen eine Instandsetzung oder evtl. eine Modernisierung erforderlich ist, außer Betrieb genommen und wenn nötig "trockengelegt".
Zu diesem Zweck werden Dammtafeln aus Stahl von 12 m Länge, 1,25 m Höhe und einem Gewicht von 6,2 t , mittels eines großen Autokranes und Tauchern, als "Revisionsverschluss" am Ober- und Unterhaupt der Schleuse gesetzt. Dies geschieht meistens nachts ab 00:00 Uhr wenn die Sperrzeiten beginnen.

Steigleiter in einer Moselschleuse

Bild: Steigleiter in einer Schleuse

Erst wenn die Schleuse abgedämmt ist, kann das Wasser (ca. 10.000 m³) innerhalb von ca. 7 - 8 Stunden, vollständig mittels großer Tauchpumpen aus der Schleuse entfernt werden.

Nach der Errichtung von Treppentürmen in der entwässerten Schleusenkammer, kann die Kammersohle trockenen Fußes (mit Gummistiefeln) betreten werden und die eigentliche Instandsetzung kann beginnen.

Trockene Schleusenkammer

Bild:Trockengelegte Moselschleuse

Zuvor werden die Schleusentore mittels Hochdruckreiniger von Algen, Muscheln und Schmutz befreit, damit evtl. Risse und Verformungen erst sichtbar werden.

Die Trockenlegung (Leerpumpen) einer Schleuse ist ein erheblicher logistischer und personeller Aufwand der nur im 2-Schichtbetrieb rund um die Uhr bewältigt werden kann.
Erst danach ist es möglich Instandsetzungen an den Schleusenverschlüssen (Ober- und Untertore) durchzuführen.

Gleichzeitig werden noch eine Vielzahl von weiteren Instandsetzungen durchgeführt z. B. :

Torwechsel Schleuse Fankel

Bild:Wechsel des Schleusenuntertores in Fankel, Gewicht pro Torflügel ca. 35 t

Wenn erforderlich, werden die Schleusentore gegen neue ausgetauscht (Obertore ca. alle 40 Jahre, Untertore ca. alle 10 Jahre). Hierfür werden spezielle Schwerlastkrane (Autokrane oder Schwimmkrane) benötigt die Lasten bis zu 400 t heben können.

Torwechsel Schleuse Müden

Bild: Wechsel des Schleusenobertores in Müden, Gewicht ca. 32 t

Neben den bekannten wird eine Vielzahl von neuen Schäden, die erst nach der Trockenlegung entdeckt werden, kurzfristig und unter erheblichem Zeitdruck mit meist hochwertigen Materialien Instand gesetzt.

Die Durchführung dieser Instandsetzungen erfolgen durch den jeweiligen Außenbezirk Bullay (Schleusen Enkirch und St. Aldegund), Cochem (Schleusen Fankel und Müden) und Brodenbach (Schleusen Lehmen und Koblenz) zusammen mit dem Bauhof Koblenz , der die erforderlichen Taucher,Mechaniker und Elektrotechniker zur Verfügung stellt.

Für die Durchführung der Schleusensperren werden alle Beschäftigten der Außenbezirke und des Bauhofes zusammen ca. 120 Beschäftigte ohne Ausnahme vollständig benötigt. Für größere Instandsetzungen werden Fachfirmen (Stahlbau, Gerüste, Hubarbeitsbühnen, Krane, Hydraulik, Computer, Betonsanierung u. a.) eingesetzt, wenn die Anzahl und Menge der Instandsetzungen die Leistungsfähigkeit des eigenen Personals übersteigt. Die Koordinierung dieser Gewerke, die fast alle gleichzeitig in acht Tagen Ihre Aufgaben erledigen müssen, ist eine große Herausforderung und nur mittels sorgfältiger Planung möglich. Trotz aller Bautätigkeiten und Termindruck steht vor allem die Sicherheit aller am Bauablauf beteiligter Personen!

Neben diesen Instandsetzungen werden zusätzlich "Bauwerksprüfungen" (wie die Hauptuntersuchung beim Auto) an den trockengelegten Anlagen durchgeführt. Hierbei werden der Zustand der Schleusentore, der Antriebe, Schleusenausrüstung und andere wichtige Teile auf Ihren Zustand und Verschleiß geprüft. Diese Prüfungen werden durch geschulte Ingenieure und Techniker des WSA Koblenz mindestens alle sechs Jahre durchgeführt. Diese Prüfungen werden sehr sorgfältig dokumentiert und mittels EDV ausgewertet. Aus diesen Prüfungen wiederum lässt sich der zukünftige Reparaturbedarf und der Bedarf für große Ersatzinvestitionen (Schleusentore, Antriebe u. a.) der nächsten Jahren ermitteln.

Dies alles ist wichtig, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb der Schleusen an der Mosel an über 350 Tagen/Jahr (24 Std. am Tag ) für unsere Kunden die Schifffahrt sicher zu stellen.